Verstehen der russischen Rechnungsstellungsvorschriften
Das Verständnis der russischen Rechnungsstellungsvorschriften ist entscheidend für jedes Unternehmen, das innerhalb oder mit der Russischen Föderation handelt. Während viele Länder eine "Rechnung" hauptsächlich als Zahlungsaufforderung und ein zentrales Buchhaltungsdokument betrachten, bezieht sich der Begriff "Счёт" (Schyot) in Russland oft auf eine Proforma-Rechnung, die hauptsächlich für Zahlungsdetails dient und in der Regel keinen rechtlichen Buchhaltungswert hat. Die tatsächlichen primären Buchhaltungsdokumente für den Eigentumsübergang von Waren sind die "Way-Bill" (Накладная, oft in der einheitlichen Form TORG-12) oder ein "Akt der Annahme von Dienstleistungen" für erbrachte Dienstleistungen. Diese werden häufig von einer separaten Mehrwertsteuerrechnung (Счет-фактура) begleitet, um die Mehrwertsteuerbeträge korrekt zu buchen und abzuziehen.
Die russische Gesetzgebung schreibt auf die meisten Waren und Dienstleistungen eine Mehrwertsteuer (MwSt.) von 20 % vor. Ermäßigte Sätze von 10 % gelten für bestimmte Lebensmittel, Kinderbekleidung, Bücher und medizinische Geräte, während ein spezieller Satz von 16,67 % für E-Dienste gilt. Eine bedeutende Entwicklung ist die verpflichtende elektronische Rechnungsstellung (E-Rechnung) für bestimmte nachverfolgbare Waren, die seit dem 1. Juli 2021 unter dem Bundesgesetz Nr. 371-FZ eingeführt wurde. Dies gilt für Kategorien wie Kühlgeräte, Industriefahrzeuge, Waschmaschinen, Monitore und elektronische integrierte Schaltungen.
Häufige Compliance-Fallen entstehen oft durch die Nichteinhaltung der spezifischen Formatvorgaben für E-Rechnungen, die als XML-Dateien mit Tags in russischer Sprache generiert werden müssen, gemäß dem von der Föderalen Steuerbehörde (FTS) festgelegten Standard für das Universelle Übertragungsdokument (UTD). Darüber hinaus erfordern alle E-Rechnungen eine Authentifizierung mit qualifizierten elektronischen Signaturen, die von autorisierten russischen Zertifizierungsstellen ausgestellt werden. Das Versäumnis, die Chargenregistrierungsnummer (RNPT) für nachverfolgbare Waren anzugeben, ist ein weiterer kritischer Fehler. Rechnungen und zugehörige Buchhaltungsdokumente müssen für einen obligatorischen Zeitraum von fünf Jahren aufbewahrt werden.